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Lohnt sich Bausparen noch?

Bausparen kurz erklärt

Das Bausparen ist eine besondere Sparform für den Wohnungsbau, die das Sparen und die spätere Darlehensaufnahme miteinander verbindet. Das Bausparen unterteilt man in drei Phasen:

1. die Ansparphase:

Der Kunde zahlt eine vorher festgelegte Zeit (meist 7 bis 10 Jahre) auf seinen Bausparvertrag monatlich einen festgelegten Betrag ein.

2. die Zuteilungsphase:

Bei Vorliegen unterschiedlicher Kriterien wird die Zuteilungsphase erreicht und der Bausparer erhält einen Anspruch auf Auszahlung seines Guthabens und auf die Gewährung seines Darlehens. (meist bei einem Guthaben von 40 - 50 % der Bausparsumme)

3. die Tilgungsphase:

Der Kunde zahlt sein Bauspardarlehen zu den bei Abschluss festgelegten Konditionen durch Zins- und Tilgungsleistungen zurück.

Bausparen hat sich verändert

Nicht nur die Planungssicherheit und Zuschüsse vom Staat, sondern auch hohe Sparzinsen zeichnete einen Bausparvertrag in Zeiten von höheren Zinsen aus. Da bei Vertragsabschluss bereits die Zinsen für die Ansparphase und Darlehensphase feststehen, haben sehr viele sicherheitsorientierte Deutsche millionenfach einen Bausparvertrag abgeschlossen.

Heute sieht es anders aus. Vor allem die aktuelle Zinsentwicklung macht Bausparen für viele Sparer unattraktiv. Lagen die Guthabenzinsen vor 20 Jahren noch bei mehr als vier Prozent, erhalten Sie aktuell nur zwischen 0,1 und 0,5 Prozent Zinsen. Grund für die Unattraktivität eines Bausparvertrages ist neben der niedrigen Guthabenverzinsung auch die hohe Abschlussgebühr und die jährliche Kontoführungsgebühr.

Lohnt sich der Abschluss eines Bausparvertrages noch?

Wer sich mit einem Bausparvertrag die zukünftigen Zinsen sichern möchte, sollte einem Neuabschluss sehr kritisch gegenüber stehen. In dieser Niedrigzinsepoche (Ja, ich spreche nicht von einer Niedrigzinsphase, da ich der Meinung bin, dass uns diese noch lange erhalten bleiben wird.) braucht man keinen Bausparvertrag mehr, um sich niedrige Zinsen zu sichern. 

Grundsätzlich wird sich nicht viel am Bild des Niedrigzinses ändern, denn viele Staaten in Europa sind stark verschuldet. Gerade im Hinblick auf Südeuropa kann sich die EZB nicht erlauben, die Realzinsen groß anzuheben. Womöglich müssen wir in Deutschland mit höherer Inflation bei niedrigen Zinsen leben.

 

Ein Bausparvertrag ist zum reinen Sparen aufgrund der mickrigen Zinsen und der anfallenden Kosten nicht geeignet. Meist können nicht einmal die Abschlusskosten und Kontoführungsgebühren mit den Zinszahlungen ausgeglichen werden, so dass Sie nach Ende der Laufzeit ins Minus gespart haben. Für den langfristigen Vermögensaufbau sind andere Anlageprodukte, wie z.B. ETFs (Indexfonds, wie z.B. DAX), Investmentfonds oder alternative Investmentfonds (AIFs) wesentlich attraktiver. 

 

Bei einer Bausparsofortfinanzierung sollten Sie die effektiven Zinsen mit einem klassischen Annuitätendarlehen vergleichen.

Aufgrund der sofortigen Tilgung ist ein Annuitätendarlehen oft die bessere Wahl.

Vergleichsberechnung

Vergleich Immobilienfinanzierung mit und ohne Bausparvertrag

Gibt es staatliche Förderungen?

Ja, es gibt staatliche Förderungen.

So können Sie die Wohnungsbauprämie, die Arbeitnehmersparzulage oder die Riesterförderung nutzen. Diese sind jedoch an bestimmten Voraussetzungen geknüpft.

Arbeitnehmersparzulage:

Wohnungsbauprämie

Tipp

Sie haben noch einen alten Bausparvertrag mit hohem Guthabenzins? Lassen Sie diesen nicht zuteilungsreif werden,  denn dann versucht die Bausparkasse den Vertrag zu kündigen. Ist der Vertrag bereits zuteilungsreif, sollten Sie die Bausparsumme vorsorglich erhöhen. Einige Verträge bieten Ihnen diese Möglichkeit.

Fazit:

Ein Bausparvertrag ist kein Sparvertrag!

Er ist zu teuer, zu unflexibel und aufgrund der Niedrigzinsepoche nicht mehr zeitgemäß.

Das Ansparen von Eigenkapital kann kostengünstiger und mit attraktiverer Rendite über ETFs, Investmentfonds oder alternativen Fonds erfolgen.